Verdammt lang her…

Bildung kommt zum Menschen

Anlass für die Zeitreise war das 100-jährige Bestehen des Naturkunde-Museums. Im Jahr 1906 eröffnete das damals Städtische Museum mit einer naturwissenschaftlichen und einer historischen Abteilung auf dem heutigen Grundstück der Bielefelder Kunsthalle. Nach einigen Umzügen empfängt das namu seine Besucher heute im Spiegelshof, einem attraktiven, aber räumlich begrenzten Adelshof aus dem Jahr 1540. "Allein unsere geologische Sammlung umfasst 150.000 Objekte. Nur ein Prozent davon kann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", schildert Museumsleiterin Dr. Isolde Wrazidlo die Platznot. Die Zeitreise ist eine gute Möglichkeit, einige der ganz besonderen Museumsschätze nach außen zu tragen. "Wir bringen uns in den Alltag der Bielefelder Bürgerinnen und Bürger ein. Wo wäre das besser möglich als an der Stadtbahnhaltestelle?"

100.000 Fahrgäste nutzen das Stadtbahnangebot täglich, ein Viertel ist mit der Linie 4 unterwegs. Für Wolfgang Brinkmann, Geschäftsführer der moBiel GmbH, ein sicheres Zeichen, dass es dem Projekt an Aufmerksamkeit nicht mangeln wird. 

Stimulation und Provokation

Die Reise von der Urzeit in die Neuzeit erstreckt sich über 5,3 Kilometer von der Universität Bielefeld bis zum Museum am Adenauerplatz. "Wir schlagen symbolisch eine Brücke zwischen der Hochschule als Zentrum des Wissens und unserer Einrichtung als Plattform gesellschaftlicher Reflexion", erklärt Dr. Isolde Wrazidlo. Im Zuge einer räumlichen Umgestaltung treibt die promovierte Biologin auch einen neuen fachlichen Ansatz voran: Auf Grundlage ausgewählter naturhistorischer Phänomene will das Museum Diskussionsplattform über Gegenwartsfragen und Zukunftsentwürfe sein. "Insofern erweitert sich die Zeitreise zu einem stimulierenden, durchaus auch provozierenden Blick in die Zukunft von Mensch und Umwelt."

Allem voran aber will die ungewöhnliche Museumsreise eines sein: Ein einzigartiges Geschenk von moBiel und namu an alle Bielefelderinnen und Bielefelder sowie die Geschäftskunden, Tagungsgäste und Touristen, die die Großstadt besuchen. "Träger des Projektes ist der Förderverein des Museums. 21 heimische Unternehmen haben uns geholfen, die sechsstellige Investitionssumme aufzubringen", berichtet der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Godehard Franzen, stolz. "Das ist ein tolles Bekenntnis zu unserer Stadt."

Möchten Sie mehr Informationen zu den einzelnen Themen haben, können Sie die Naturhistorische Zeitreise auch als anderthalbstündige Gruppenführung buchen.

Kontakt

Naturkunde-Museum (namu)
Kreuzstraße 20
33602 Bielefeld

Telefon: 05 21-51 6734
E-Mail: naturkundemuseum@bielefeld.de