
Verdammt lang her… Siegfried
Aus Platzgründen beschränken sich die Initiatoren bei den sechs oberirdischen Stationen ganz auf die Schaukasten-Information. Die unterirdische Haltestelle Siegfriedplatz dagegen kann schon bald mit einer besonderen Überraschung für alle "Zeitreisenden" aufwarten: Original-Bohrkerne aus den Probebohrungen für den Tunnelbau der StadtBahnlinie 4 sind parallel zum Fahrstuhl als Zeitachse in Szene gesetzt. Bis in über 220 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten reichen sie hinein. So lassen sich an den konservierten Bohrkernen unterschiedliche Klimaphasen ablesen, die Bielefeld erlebt hat. Vor 220 Millionen Jahren war es hier brennend heiß, es herrschte Wüstenklima. Später war die Region über viele Millionen Jahre von einem Meer überflutet. Ablesbar sind auch die beiden letzten großen Eiszeiten. Damals war es hier saukalt.
Zusätzlich zur geologischen Installation bieten die Rückseiten der angebrachten Schautafeln geschichtliche Darstellungen: Wer mit dem Fahrstuhl wieder hinauffährt, erlebt die Geschichte des Drachentöters Siegfried, Namensgeber des Platzes und der Haltestelle. Siegfrieds Tod liegt für uns sehr lange zurück. Aber diese Zeitspanne ist nur ein Wimpernschlag gegenüber dem Zeitraum, den der installierte Bohrkern überstreicht.
