Verdammt lang her… Bodenvitrinen

Herzstück der Ausstellung sind großformatige, begehbare Bodenvitrinen an drei unterirdischen Haltestellen. Zwischen den Gleisen am Konzertbau Rudolf-Oetker-Halle ruht der Kopf eines Riesenlurchs. "Er hat mich 1975 aus dem Bauschutt der Sparkassenzentrale angestarrt", erinnert sich sein Finder, der Geologe Dr. Martin Büchner. Der frühere, langjährige Leiter des Naturkunde-Museums ist der "geistige Vater" der Zeitreise und überaus glücklich, dass der wertvolle Zeitzeuge jetzt an seine natürliche Lagerstätte zurückgekehrt ist. "Die Orte der Präsentation sind nicht völlig identisch mit den Fundorten, stimmen aber geologisch mit ihnen überein. Bielefeld weist durch seine Lage am Teutoburger Wald Gesteinsschichten der verschiedensten erdgeschichtlichen Abschnitte auf."

Bodenvitrine am Hauptbahnhof in Bielefeld

Naturkunde am Bahnsteig

Folgerichtig orientiert sich auch die Präsentation der anderen Exponate ganz an den Fundorten: Am Jahnplatz, im Zentrum der Stadt, haben die Überreste eines Wollnashorns Einzug gehalten. Am Hauptbahnhof spazieren Reisende über Skelettreste eines 190 Millionen Jahre alten Meeressauriers. "Jede Inszenierung soll die Phantasie anregen, aber auch Sachzusammenhänge in leicht verständlicher Form vermitteln", erklärt Museumsleiterin Dr. Isolde Wrazidlo. "Der Betrachter kann sich einen 90-sekündigen Film in der Bodenvitrine anschauen oder in der Plakatvitrine wichtige Sachinformationen lesen." Jeder Plakattitel lässt den Betrachter innehalten - der Humor im Nachsatz kommt nachdenklich daher: "Game over. Warm angezogen - kalt erwischt" heißt es über das zottelige Wollnashorn, das seinen Tod in Zeiten der Klimaerwärmung fand.