Dauerausstellungen



ausSterben - überLeben

 

so lautet das Motto der Dauerausstellung des Naturkunde-Museums Bielefeld, das die Agentur MUSEUMSREIF!, Bielefeld konzipiert, inszeniert und gebaut hat.

Das Konzept der Dauerausstellung kehrt die traditionelle Abfolge naturkundlicher Ausstellungen (Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft) um. Denn der Besucher begibt sich in ein Museum der Zukunft, das rückblickend die Situation von Natur und Umwelt im Heute beschreibt. 

Eine entsprechende Einstimmung erfolgt im Fahrstuhl auf dem Weg ins erste Obergeschoss. Dort öffnet sich ein futuristisch gestalteter Bereich, der als ein Museum vorgestellt wird, das die Situation auf der Erde zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausstellt. Dutzende von Tieren, alle durch menschliches Tun gefährdet und in einer Eisvitrine konserviert, säumen den Weg des Besuchers - ebenso wie Geschichten von Menschen und Organisationen, die sich einst um den Schutz der Natur bemühten.

Durch eine Schleuse geht es in den zweiten Bereich. Dort werden die Hauptursachen des Artensterbens thematisch vertieft. Durch den Einsatz vieler spielerischer Elemente werden die komplexen Zusammenhänge auch für Kinder verständlich. So können die Auswirkungen des individuellen Umgangs mit Energie auf das Klima an einer großen Rechentafel nachvollzogen werden. In einem Raum voller Koffer können die Auswirkungen eingeführter Fremdarten entdeckt werden, während ein anderer Raum auf den ersten Blick leer erscheint. Hinter einem Lamellenvorhang mit einem Urwaldmotiv finden sich zahlreiche Beispiele für den häufig unbekannten Nutzen biologischer Vielfalt, in einem anderen Raum wird der große Wert von Insekten für das Ökosystem Erde thematisiert.

Von hier aus geht es in den dritten Bereich und damit weit zurück in die Erdgeschichte. Versteinerte Zeitzeugen animieren dazu, aus den Lehren der Vergangenheit zu lernen. 

Neben der Vermittlung von Hintergrundinformationen werden immer auch Alternativen gezeigt. Daraus ergeben sich Anregungen für ein verantwortungsbewusstes Handeln, mit dem dem drohenden Artensterben entgegen gewirkt werden kann. 

Zusätzlich wurde ein museumspädagogischer Raum eingerichtet. Dieser ist mit zwei jeweils zwei Meter langen Wandtafeln mit insgesamt 48 herausnehmbaren Dinosaurier-Schablonen ausgestattet, um sich diesen Tieren auf eine spielerische Art und Weise nähern zu können. 

 



 

Der Geo-Stollen

Von wegen Schicht im Schacht!

 

Wer in den Geo-Stollen einfährt, gewinnt faszinierende Einblicke in die Unterwelt, indem er Geologen bei der Arbeit über die Schulter schauen darf. Er bekommt Informationen über die grundlegenden Prozesse, die unseren Planeten geformt haben und die das Leben von uns Menschen auch heute maßgeblich beeinflussen. Der Besucher lernt nicht nur den geologischen Untergrund Bielefelds kennen, sondern versteht, welchen großen Beitrag die Geowissenschaften zum Verständnis aktuell drängender Fragen wie Klimawandel, Trinkwasser- und Umweltschutz leisten.

 

Ein Erdbeben-Monitor zeigt live Daten des weltweiten Erdbebengeschehens an und ein paar echte Grubentelefone warten nur darauf einmal ausprobiert zu werden. Es gibt viel zu endecken - für kleine und große Forscher.


Fossilien erzählen von früheren Klimaveränderungen und zeigen, wie schnell der Mensch an Punkte gelangen kann, an denen sich dramatische Entwicklungen nicht mehr umkehren lassen.

Die Erde birgt unzählige (Boden)Schätze, auf denen Wohlergehen und Wohlstand der Menschheit beruhen. Wir greifen dazu heute auf Ressourcen aus aller Welt zurück - meist nicht nachhaltig. Und am Ende soll die Erde das aufnehmen, was wir „oben“ nicht mehr gebrauchen können: Strahlendes Plutonium, giftige Chemikalien, Müll in jeder Form. Gefahren für kommende Generationen oder zukünftige neue Rohstofflager? Aber was heißt „zukünftig“ in diesem Zusammenhang? Wie lange dauert es, bis aus Gefahrenstoffen wieder Rohstoffe werden?

Hier knüpft der namu-Stollen direkt an die Dauerausstellung im ersten Stockwerk an, in dem Lehren aus der Vergangenheit in unsere Zeit übertragen werden: Der Mensch beeinflusst nicht nur die Natur, er prägt auch die unbelebte Umwelt. Wissenschaftler sprechen vom Zeitalter des Anthropozän. Der Mensch hat es in kürzester Zeit geschafft, zur Ursache massiver Umwälzungen zu werden: Zum ersten Mal in der Erdgeschichte ist ein dramatischer Artenverlust auf die Aktivität einer einzigen Art zurückzuführen.