GEDANKENAUSTAUSCH                                                                                              Ein Dialog zwischen Menschen mit und ohne geistige Behinderung

 gefördert durch:      


Vom Naturkunde-Museum am Adenauerplatz bis hin zur Universität begleiten vom 01. September an großformatige Plakate mit bunten Zeichnungen die Fahrgäste der Stadtbahnlinie. Die Illustrationen wecken die Aufmerksamkeit und lenken diese auf Fragen aus den Gebieten der Biologie, Psychologie, Ethik oder Philosophie.

 




Für das Projekt GEDANKENAUSTAUSCH kooperiert der Förderverein des Naturkunde-Museums mit dem Verein „Die Wortfinder e.V.“.

Letzterer führte in den Jahren 2014 bis 2016 einen 3-teiligen Literatur- und Kunstwettbewerb durch. Zielgruppe waren Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung. Zunächst konnten Fragen jedweder Art eingereicht werden, dann wurden Antworten gesucht und zum Schluss Illustrationen angefragt. Aus den mehr als 3.000 eingegangenen Antworten auf die ausgewählten 1.000 Fragen wählte eine fachkundige Jury die Preisträgertexte aus. Die AutorInnen der Texte sind zwischen acht und 88 Jahre alt und stammen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Zwanzig Künstlerinnen illustrierten die ausgewählten Texte mit mehr als 500 Zeichnungen. Die Beiträge mündeten in der vierteiligen Wortfinder-Enzyklopädie "Meine Gedanken sint wichtik".

  

Für die Plakataktion wurden aus den vier Bänden 13 Themen aus den Bereichen Natur-Mensch-Umwelt ausgewählt, dem Leitbild des Naturkunde-Museums entsprechend. Ergänzend dazu sprachen die Mitarbeiterinnen des Museums WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Fakultäten der Universität Bielefeld an und baten diese, eine kurze Antwort auf die ausgewählten Fragen zu verfassen. Diese Antworten sind ebenfalls auf den Plakaten abgedruckt.




Nun sind SIE gefragt:

Wir laden Sie herzlich ein, selbst Antworten auf die gestellten Fragen zu geben.

Denn Ziel dieses Projektes ist es, Menschen ohne Behinderung anzuregen, an den Gedanken und Ideen von Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung teilzuhaben, neugierig zu werden, Verständnis zu entwickeln, das Miteinander als bereichernd wahrzunehmen und Lust auf einen Dialog zu bekommen.

 

Deshalb führt auch ein QR-Code auf den Plakaten zu einer speziell von Bernd Ackehurst, KunstSinn, für dieses Projekt eingerichteten Homepage. Dort können nicht nur Antworten auf die gestellten Fragen eingegeben werden, sondern Sie bekommen auch zahlreiche Hintergrundinformationen zu dem Projekt, den beteiligten Institutionen und den Förderern.

  

Zur Intensivierung des Dialogs bietet das Naturkunde-Museum am 09. und 10. November 2018 für Erwachsene und am 09. und 10. Februar 2019 für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Verein „Die Wortfinder e.V.“ zwei inklusive Schreibwerkstätten an. Dort sind Menschen mit und ohne Beeinträchtigung willkommen. Auch Menschen, die selbst nicht schreiben können, aber gerne ihre Gedanken diktieren möchten, können, nach Rücksprache mit "Die Wortfinder e.V.", daran teilnehmen. Der Seminarraum ist auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Anmeldung und weitere Informationen unter www.fragenundantworten.eu

  


Ohne Schuhe läuft der Fritz,

durch das Gras zu seinem Sitz.

Die Biene sitzt im weißen Klee,

da näh`rt sich Fritzens dicker Zeh;

sie denkt, da stech ich jetzt hinein,

sonst werd ich plattgedrückt bald sein.

Es sitzt die Wespe auf dem Kuchen,

tut sich am süßen Zeug versuchen,

hmm, wie schmeckt ihr das so gut,

bis sich die Gabel nähern tut.

Und mit weitgeführtem Schwunge,

landet sie auf Fritzens Zunge.

Der Schmerz ist heiß, der Schreck ist groß, die Wespe ist er wieder los. Doch wenn das Glück mal nicht so will, liegt Fritz hernach für immer still. Die Wespe aber, still und heiter, labt sich am Pflaumenkuchen weiter…

 

 

 

Dieses Plakat wird im Frühjahr 2019 auf der Zeitreise erscheinen

Groß und prächtig kontrolliert

die Hornisse ihr Geviert,

Insekten fangen ist ihr Sinn,

die bringt sie ihren Kindern hin.

Sie macht dabei nicht viel Getue,

und wenig bringt sie aus der Ruhe.

Entspannt liegt Fritze unterm Baum, denn Hornissen stechen kaum.

Doch ist zu nah am Nest man dran, dann greifen alle drei rasch an.

Ob Hornisse, Wespe, Biene,

das ist es, was der Mensch verdiene:

Ein paar Stiche hier und dort,

und der Eindringling ist fort.

Gedicht von Dr. Manfred Kraemer;

Uni Bielefeld

 



Beteiligte Wissenschaftler der Universität Bielefeld

    

Prof. Dr. Gerd Bohner:

 www.uni-bielefeld.de/psychologie/abteilung/arbeitseinheiten/05/

  

Prof. Dr. Johanna Kißler

www.uni-bielefeld.de/psychologie/ae/AE02/

 

Prof. Dr. Angelika Schlarb

www.uni-bielefeld.de/psychologie/abteilung/arbeitseinheiten/07/

 

Prof. Dr. Bärbel Fromme

www.physik.uni-bielefeld.de/didaktik/index.html

 

Prof. Dr. Klaus Reinhold

www.uni-bielefeld.de/biologie/Evolutionsbiologie/mitarbeiter/reinhold.html

 

    

Dr. Almut Kristine von Wedelstaedt

www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/wedelstaedt

 

Dr. Manfred Kraemer

www.uni-bielefeld.de/biologie/sammlung/

  

Dr. Tom Steinlein: 

web.biologie.uni-bielefeld.de/systemoekologie/index.php/en/

 

Dr. Daniela Sellmann-Risse: 

www.uni-bielefeld.de/biologie/biologiedidaktik/home.html

  

 



Das Projekt wird gefördert durch:

 

 Aktion Mensch