Sonderausstellung


Bild: Buschviper
Buschviper

Gifttiere - Tödliche Lebensretter

23. September 2018 – 17. März 2019

 

 

 

Bitte beachten Sie unsere geänderten Eintrittspreise!


Kegelschnecke, Kobra oder Schwarze Witwe – giftige Tiere haben meist keinen allzu guten Ruf.

Viele Menschen reagieren auf sie mit Angst, Ekel und offener Ablehnung. Das ist durchaus verständlich, denn ihr Gift kann je nach Art und Situation gefährliche, ja sogar tödliche Wirkung entfalten. Aber es sind genau diese komplexen Giftgemische, die uns Wirkstoffe liefern könnten, um Leiden zu lindern und Leben zu retten. Denn sie haben sich über Jahrmillionen entwickelt, um schnell und spezifisch zu wirken.

Es wird vermutet, dass beispielsweise ein bestimmtes Spinnengift-Molekül unser Gehirn vor den Spätfolgen eines Schlaganfalls schützen könnte. In Tierversuchen wird derzeit getestet, ob der Wirkstoff tatsächlich hilft, das Absterben der Nervenzellen zu verhindern.

Wirkstoffe aus der See-Anemone könnten vielleicht bei der Behandlung von Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Hautflechten zum Einsatz kommen. Auch bei verschiedenen Krebserkrankungen werden Hoffnungen in Tiergifte gesetzt.

In vielen Fällen steht die Forschung jedoch noch am Anfang.

     

In der Ausstellung kann das Verhalten lebender Tiere in Terrarien beobachtet werden. Neben Skorpionen, Spinnen, Fröschen, Echsen oder verschiedenen Meerestieren sind die Schlangen mit den meisten Arten in der Ausstellung vertreten.

Unter den heute fast 2900 weltweit bekannten Schlangenarten sind etwa 650 Arten giftig. Schlangen kommen in fast allen Klimazonen und Lebensräumen vor, einige wenige Arten leben rein aquatisch. Giftschlangen verfügen im Oberkiefer über modifizierte Speicheldrüsen, in denen eine große Vielfalt verschiedener Peptide und Proteine zur Jagd und Verteidigung produziert werden. Diese Gifte werden artabhängig über verschiedene Zahntypen in das Gewebe der Beute injiziert.

Manche Arten, wie etwa die afrikanischen oder die asiatischen Speikobras, können ihr Gift zielgerichtet zur Verteidigung einem Gegner in die Augen sprühen.

Von den beiden in Deutschland vorkommenden Giftschlangenarten, der Kreuzotter und der Aspisviper, geht bis auf Ausnahmefälle keine ernsthafte Gesundheitsgefährdung oder Lebensgefahr aus.

  

Die Ausstellung wurde von Michael und Christiane Steige zusammenstellt. Beide sind ausgebildete Zoo- und Versuchstierpfleger mit zusätzlicher Sachkunde in den Bereichen Terraristik (Insekten, Spinnentiere, Amphibien und Reptilien).

Sie betreiben die Terraristik seit ca. 35 Jahren und befassen sich seit 32 Jahren mit Gifttieren. Herr Steige ist zudem Gründer und erster Vorsitzender des Gifttierhaus e.V., einer zooähnliche Einrichtung, die sich ausschließlich mit giftigen Tieren befasst.

 

  

 Bildungsangebote

 

Wir bieten regelmäßige Führungen und Fütterungen an. Für nähere Informationen schauen Sie bitte unter Termine/Monate.

 


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